In seiner neuen Werkgruppe “text” jongliert Klaus Schneider nicht nur mit den Grundelementen der Malerei, Punkt,
Linie, Fläche und Farbe. Auch die Vorstellung, die Sprache der poetischen Abstraktion mit Bedeutung und Identität
aufzuladen, spielt hier eine große Rolle. Allerdings handelt es sich eher um die Bedeutung des Fragens und Infrage-
stellens und weniger um “Fest-Stellungen”. Hinter der spielerischen Ober- und Unterfläche – es handelt sich um Hinter-
glas-Malerei – mit jazzig beschwingten Rhythmen, verbirgt sich eine Anmutung, als würden Worte heftig ineinander
verschlungen und ver-knotet schweigend gesungen. Wellenförmig organografische Farblinien überlagern, wie hoch-
gezoomte Ausschnitte aus mechanischen Schreibversuchen, oder aus Grafittis, die immer in Brailleschrift angeordneten
Farbpunkte, die seriell in allen Bildern dieser Gruppe den Begriff “text” anzeigen. Die Andeutung der Blindenschrift, die
hier ausschließlich als Farbkreise und nicht mehr haptisch erfahrbar gezeigt werden, macht den Sehenden auf die po-
tenzielle Möglichkeit des Nichtsehens aufmerksam, um gleichsam das Sehen zu verstärken. Die Strichführung scheint
in nicht endenwollender Bewegung zu sein, nur die Punkte lagern sich streng in durchbrochenem Raster zwischen die
Ebenen.

< zurück

text.5040.10

Hinterglasmalerei
50×40 cm, 2008



text.5040.1

Hinterglasmalerei
50×40 cm, 2008



text.5040.4

Hinterglasmalerei
50×40 cm, 2008



text.5040.8

Hinterglasmalerei
50×40 cm, 2008



text.5040.12

Hinterglasmalerei
50×40 cm, 2008



text.10080.2

Hinterglasmalerei
100×80 cm, 2008



text.10080.1

Hinterglasmalerei
100×80 cm, 2008



text.10080.3

Hinterglasmalerei
100×80 cm, 2008